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Die Wächter der Tiefe

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Die Wächter der Tiefe ist ein Buch, das in The Knife of Dunwall gefunden werden kann. Es enthält Aufzeichnungen eines Naturphilosophen über die Wale.

InhaltBearbeiten

(Auszug aus dem Tagebuch eines Naturphilosophen)

Bevor das Kabel mit einem harschen Laut zerriss, gab es nichts zu sehen. Nichts zu berichten. Meine Laterne erhellte unter uns nichts als endlose Tiefe und meine Mission schien ein bitterer Fehlschlag zu werden. Ich wäre mit leeren Händen zur Oberfäche zurückgekehrt, aber nun habe ich eine erstaunliche Entdeckung gemacht, für die ich mit meinem Leben bezahlen werde. Deshalb schreibe ich diese Zeilen auf, in der Hoffnung, dass eines Tages meine Mitstreiter diese Taucherglocke und mein Tagebuch finden werden – eine Taucherglocke, die zu meinem Grab geworden ist. Andere sollen wissen, was ich hier gesehen habe, welche außerordentlichen Dinge sich ereignet haben.

Am kalten Metall meines Gefährts bildet sich Rauhreif und aus meinem Mund entweichen Nebelschwaden. Vor sechs Stunden begann dieses verhängnisvolle Abenteuer und meinen Berechnungen zufolge bleibt mir nicht mehr als eine Stunde Frischluft.

Warum bin ich hier? Neugier? Die Gier nach Ruhm? Finanziellem Gewinn? In all den Monaten, die ich mit der Entwicklung dieses Tauchgeräts zubrachte, war ich mit den kleinsten Details beschäftigt. Mit der Wärmebehandlung der Glasbullaugen, dem Luftfluss von der Oberfäche in die Taucherglocke. Mit dem genialen Schalter, der es mir erlauben würde, mit Hilfe von Glocken mit dem Schiff über mir zu kommunizieren. Ich brütete über jedem einzelnen Element des Entwurfs und der Konstruktion dieses Apparates. Doch warum hatte ich nie an die Kreaturen hier unten gedacht, die auf meinen Besuch mit Missmut reagieren würden? Die nach der eisernen Monstrosität schlagen würden, die tief in die unvorstellbare Tiefe eindringt?

Es geschah schnell und ohne Vorwarnung. Aus düsteren Tiefen schlug die Schwanzflosse eines Wals an meiner Laterne vorbei, schrieb schwarze Schatten ins Nichts. Einen Moment später wurde ein langsamer, geordneter Abstieg zu einem taumelnden Sturz, der jemandem mit schwachem Magen wieder die letzte Mahlzeit hätte emporkommen lassen. Das Metall um mich herum stöhnte auf und ich war mir sicher, dass die Glocke bald von dem enormen Außendruck zerquetscht werden würde. Mir war durch Absturz und die damit zusammenhängenden rasanten Drehungen etwas schwindelig und ich konnte mich kaum auf den Beinen halten. Dann der wilde Aufprall, der meinen Kopf auf den Boden schlagen ließ – mir wurde schwarz vor Augen.

Eine kostbare Stunde meiner Zeit verbrachte ich so schlafend und als ich aufwachte, wurde ich mir meiner unheilvollen Lage bewusst. Abgeschnitten und ohne Verbindung zur Außenwelt, ohne die Chance auf eine Rückkehr.

Ich löschte meine Laterne vor einiger Zeit, um Sauerstoff zu sparen, und erst dann erreichte das geisterhafte Leuchten des Meeresbodens meine Augen. Nicht der Boden selbst, sondern kleine, tentakelbewehrte Kreaturen, die über ihn hinwegschwärmten. Sie bilden einen Teppich aus sanften Farben, der sich in wellenförmigen Bewegungen hin- und herdreht, als ob sie mit ihrem Leuchten singen würden.

In diesem trüben Licht kann ich sie sehen. Die Leviathane. Die großen Wale. Hier in ihrem Reich bewegen sie sich graziös und elegant. Mit Bestimmtheit. Sie haben meine Glocke mehrfach angesteuert und mit ihrem großen Auge fast das Bullauge berührt. Während ich selbst hinausschaue, wird mir klar, dass das Ungetüm nicht wild nach Beute sucht – sondern mich beobachtet. Es ist neugierig. Einer nach dem anderen erscheinen sie und lugen in mein Gefährt. In ihrem Blick liegt ein beunruhigender Ausdruck von Intelligenz – von bösen Absichten keine Spur. Sie untersuchen mich und meinen Zustand für eine Weile, dann driften sie ab und verfolgen die Spur meines zerissenen Kabels auf dem Meeresboden.

Ich träume davon, dass einer von ihnen das Kabel in sein großes Maul nimmt und mich zurück an die Oberfläche bringt, doch das ist nur eine Wahnvorstellung, hervorgerufen von der immer dünner werdenden Luft. Ich schnappe jetzt nach ihr, während die Kreaturen davonschwimmen, um aus einiger Entfernung zuzusehen. Ihr Gesang klingt hier unten anders. Ich habe ihn jahrelang an der Oberfläche gehört, doch hier ist er gefühlvoll und bewegend. Der Naturphilosoph in mir beginnt zu vermuten, dass der Gesang Töne umfasst, die wir nicht einmal wahrnehmen können. Aber hier in diesen Tiefen kann man sie fühlen. Ich glaube, dass sie mir Trost spenden wollen, während mein Tod immer näher kommt.

- Douglas Church, Erster Wissenschaftler,
Tiefseeforschungsschiff E.S.S. Keeper,
Akademie der Naturphilosophie

FundortBearbeiten

In Dauds Hauptquartier während der Mission Der Angriff

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